Leidenssyndrom LRS

© Prof. Dr. Helmut Heim, alle Rechte vorbehalten, Regensburg 2013

Schulerfolg trotz LRS!?

Seit der Wiener Längsschnittuntersuchung von Klicpera und Gasteiger-Klicpera (1993) ist belegt, dass früh erworbene Leistungsrückstände im Lesen und /oder (Recht)Schreiben eine hohe Stabilität aufweisen!
Nahezu alle Kinder, die nach Abschluss des ersten Schuljahres noch deutliche Schwierigkeiten beim Lesen haben, über- winden diese weder kurz- noch langfristig! Ebenso ist bei den Schülern mit den schwächsten Leistungen im Lesen und Rechtschreiben von Anfang der 2. bis Ende der 8. Klasse fast nie eine deutliche Verbesserung festzustellen!

Die Versagenserfahrungen aus dem Bereich des Lesens und des Recht-schreibens wirken sich im Lauf der Jahre meist auch auf andere Fächer aus, so dass für Schüler mit Schwierigkeiten im Leseverständnis hohe Hürden bei allen schriftlichen Fragestellungen entstehen!
Bereits in der Grundschule haben viele dieser Kinder auch in anderen Schul- fächern Probleme, insbesondere im Rechnen! Diese Tendenz verstärkt sich in den folgenden Schuljahren, so dass mit 14 Jahren zwei Drittel dieser Kinder auch in der Mathematik zu den schlech- testen Schülern zählen!

LRS beim Kinderarzt?!

  • Die Lese-Rechtschreibschwäche/ - störung ist keine Krankheit – und nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten.
  • Zweifellos aber ist LRS ein Leidenssyndrom, mit dem Kinderärzte häufig konfrontiert sind!

LRS – eine Bandbreite von Schwierigkeiten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die LRS unter dem veralteten, weil einseitig auf die Leseprob- lematik eingehenden Begriff „Legasthenie“ („Dyslexia“) in ihren Katalog der psychischen Störungen (ICD-10 International Classification of Diseases – 10 Fassung) aufgenommen – im Kapitel der „umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“. Die „Legasthenie“ gilt hier als „umschriebene und eindeutige Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch das Entwicklungsalter, durch Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Mit Lesestörungen gehen häufig Rechtschreibstörungen einher. Diese persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn im Lesen einige Fortschritte gemacht wurden...“

Die WHO empfiehlt eine

multiaxiale Diagnostik,
da Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten auch

  • (vorübergehend) im Rahmen einer Angsterkrankung oder einer Schizophrenie (Achse I) eintreten könnten,
  • aus einer geistigen Behinderung/Intelligenzminderung herrühren könnten (Achse III)
  • einer körperlichen oder neurologischen Erkrankung oder Behinderung entstammen könnten(z.B.Epilepsie, Zerbralparese, Blindheit, Hörstörung – Achse IV)
  • oder aus abnormen psychosozialen Umständen, sprich unzureichender Beschulung (z.B. Deprivation oder Analphabetismus) entstehen könnten.

Eine solche Differentialdiagnostik führen die Kinder- und Jugendpsychiater durch.

Das FIDD begrenzt seine Diagnostik auf die Achse II, nämlich auf die Ermittlung des aktuellen Könnensstandes durch Lese- und Rechtschreibtests, ergänzt durch Einschätzung der

  • lernpsychologischen Situation des Kindes
  • seiner Motivationslage
  • seiner Selbsteinschätzung
  • des familiären Lernumfeldes

 

Diagnostische Erstanzeichen der LRS für den Kinderarzt

Eine verlässliche Diagnose der LRS kann nur durch entsprechende Lese-und Rechtschreibtests und durch die sorgfältige Lernstandsanalyse gelingen.

Es gibt aber auch gut erkennbare Hinweise auf eine LRS schon im Vorschulalter:

  • Häufige Ohrentzündungen im Kleinkindalter (betroffen ist nicht das periphere Hören, sondern die zentrale Hörverarbeitung)
  • Sprachentwicklungsverzögerung; logopädische Behand- lung schon im Kindergartenalter, schlechte Artikulation
  • Genetische Faktoren: Vererbungsrisiko zwischen 35% und 50%
  • Zehn bis sechs Monate vor Schuleintritt können mit dem „Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten – BISC“ (Testdauer ca. 45 min.) Risikokinder herausgefunden werden. Der Test erfasst Vorläuferfähigkeiten zum Erlernen von Lesen und Rechtschreiben, die einem Vorschulkind normalerweise schon zur Verfügung stehen:
  • Phonologische Bewusstheit: Reimen, Silbenklatschen Silbensegmentieren, Laut-zu-Wort-Vergleich („Hörst du /i:/ in ‚Igel‘? Oder „Hörst du /i:/ in Auto?“)
  • Aufmerksamkeitsverhalten: Schneller Abruf aus dem Langzeitgedächtnis; Farbabfrage; Schnelles-Benennen-Farben
  • Visuelle Aufmerksamkeitssteuerung: Wort-Vergleich-Suchaufgabe (Kurze Wörter werden auf Identität überprüft, z.B. ist das Wort „Wein“ in einer Liste von Bein-Wein-Garn-Ruin wiederzufinden)

Ursachen einer LRS

Personenbezogene Ursachen

Neurologisch bedingte Schwächen in der Informationsverarbeitung:
Bei Menschen mit sehr schweren Lese-/Rechtschreibstörungen sind Besonderheiten der Gehirnfunktionen im Bereich der visuellen, der akustischen und der sprachlichen Informationsverarbeitung nachgewiesen worden.

Bei Kindern mit einer sog. Lese- Rechtschreibschwäche sind solche minimale cerebrale Veränderungen hingegen bisher nicht feststellbar gewesen!

Genetische Faktoren

Aus Zwillingsuntersuchungen ist bekannt, dass zumindest eineiige Zwillinge gemeinsam von einer LRS betroffen sein können – meist allerdings unterschiedlich stark.
Bei Familienuntersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass das Risiko eines Kindes eine LRS zu entwickeln auf etwa 35% geschätzt werden kann, wenn ein Elternteil bereits ähnliche Schwierigkeiten hatte.

Krankheiten

Auch psychische Krankheiten wie Aufmerksamkeitsstörungen, Depressionen, Angststörungen oder neurologische Störungen wie Anfallsleiden, Hirnentzündungen oder Folgeschäden nach Unfällen können zu Lese-Rechtschreibschwierigkeiten führen.

Umfeldbezogene Ursachen

Besondere familiäre Belastungen

Andauernde Beziehungskonflikte zwischen hilflosen Eltern und hoffnungslosem Kind, Trennung /Scheidung der Eltern, schwere Krankheit eines Elternteils oder elterliche Vernachlässigung können zu einer LRS führen.

Häufigkeit einer Lese-Rechtschreib–Schwäche

Buben und Mädchen sind gleichermaßen betroffen. Geht man aus von den Ergebnissen der großen Schulstudien PISA (Programme for International Student Assessment) und IGLU (Internationale Grundschul-Lese- Untersuchung), dann ergibt sich folgendes Bild:
Nach Iglu erreichen ca. 10 % der deutschen Kinder am Ende der 4. Klasse höchstens Kompetenzstufe 1, d.h. sie können auf Nachfrage einzelne Wörter aus einem Text herausfinden. Sie können jedoch keine Schlussfolgerungen ziehen, keine Zusammenhänge erkennen und keine nicht direkt angegebenen Sachverhalte aus dem Text erschließen.

Darüber hinaus ergab eine Begleit-untersuchung (Valtin 2003),dass 20% dieser Kinder „deutliche Rechtschreibschwierigkeiten“ haben. Bei PISA erreichten 10% der 15-jährigen Jugendlichen nicht einmal die unterste Kompetenzstufe 1, konnten also nicht einmal einfache Informationen aus Texten entnehmen. Weitere 13% kamen nicht über diese Stufe 1 hinaus.

Auszugehen ist somit von 23% leseschwachen Jugendlichen.

Häufigkeit einer Lese- Rechtschreib-Störung

Bei ca. 4% der Schüler liegt eine LR-Störung vor. Buben sind (etwa 3-mal) häufiger als Mädchen betroffen. 5 – 10% der Jugendlichen und Erwachsenen beherrschen das Schreiben und Lesen nicht ausreichend, um ihren Alltag zu meistern: Sie schaffen daher ihre Berufsausbildung nicht, sind nicht in der Lage, einfache Anweisungen zu lesen oder Formulare auszufüllen.

Fast 10% der Schüler verlassen die Schule ohne ausreichende Fähigkeiten im Lesen und Schreiben.

Komorbide Störungen

  • Rechenschwierigkeiten(Dyskalkulie) sind häufig mit LR-Störungen verknüpft: Etwa drei Viertel der Schüler mit umschriebenen Rechenstörungen haben auch eine LRS.
  • Schwächen im Lesen und Rechtschreiben sind häufig von emotionalen Problemen und Verhaltensschwierigkeiten, von einem niedrigeren Selbstwertgefühl und von einem pessimistischen Selbstkonzept (Misserfolgserwartung) begleitet.
  • Lese-Rechtschreibschwierigkeiten sind oft verbunden mit Aufmerksam-keitsschwierigkeiten im Problembereich bis hin zu Hyperaktivität (ADHS): 30 - 50% der hyperaktiven Kinder haben auch eine LRS.

Entstehung und Aufrechterhaltung einer LRS

  • Phonologische Informationsverarbeitung
  • PhonologischeBewusstheit
  • PhonologischesCodieren (Schreiben)
  • PhonologischesRecodieren(Lesen)
  • Phonologische Defizite = LRS
  • SpeicherschwächefürSchriftwörter
  • Defiziteinderseriellen Benennungs-geschwindgkeit
  • VisuelleVerarbeitungsstörungen
  • Auditive Verarbeitungsstörungen

Das Leidenssyndrom LRS 1 (Indirekte Anzeichen einer LRS – Sekundäre Verhaltensauffälligkeiten)

Häufig klagen Lehrer und Eltern über

  • auffällige und kaum zu ertragende Verhaltensweisen der Kinder, bringen diese jedoch nicht in Zusammenhang mit einer
  • Lernstörung im Lesen und Rechtschreiben!

In der Tat sind solche Verhaltensauffälligkeiten nicht primäre Symptome einer LRS, sondern sie entwickeln sich sekundär als

psychische und soziale Begleitsymptome einer unerkannten LRS.

Der Bezug von unerkannter LRS zu Verhaltensstörungen entwickelt sich über die sogenannte „negative Lernstruktur“.

Eine positive Lernstruktur liegt vor, wenn die Anstrengungen des Schülers eine positive Resonanz hervorrufen, wie

  • gute Noten
  • Anerkennung durch Lehrer und Mitschüler
  • Zufriedenheit der Eltern.

Auch Risiken während der Schwangerschaft oder bei der Geburt (z.B. Sauerstoffmangel) gelten als (teil- )ursächlich.

Besondere schulische Belastungen:

Häufiger Lehrerwechsel, Umzüge, lange Fehlzeiten im Unterricht und schwerwiegende Spannungen im Verhältnis zu einzelnen Lehrern können zu Lernrückständen beim Lesen und Rechtschreiben führen.
Die positive Resonanz bestärkt das Kind in seinen Bemühungen,

  • gibt ihm Vertrauen und Zuversicht in seine eigene Leistungsfähigkeit
  • das Kind erlebt Leistung als Erfolg und gewinnt so Selbstvertrauen
  • das gesteigerte Selbstvertrauen fördert die Bereitschaft zu weiterem Üben
  • Übung steigert wiederum die Leistungsfähigkeit und
  • höhere Leistungsfähigkeit vergrößert wiederum den Erfolg!

Liegt bei einem Kind hingegen unerkannt und unbehandelt eine LRS vor, dann verfängt es sich nicht selten – und oft schon in der Grundschule - im Teufelskreis einer negativen Lernstruktur!

Trotz ständiger Anstrengung und verzweifeltem Bemühen erhält das Kind in dem für alle Fächer so grundlegenden Bereich des Lesens und Schreibens

  • überwiegend nur negative Resonanz, d.h. von Lehrern und schockierten Eltern, ja oft sogar den Mitschülern
  • wenig Lob und Anerkennung,
  • dafür aber viele Ermahnungen, Kritik und nicht selten auch Spott!

Das beeinträchtigt natürlich zunehmend

  • sein Selbstvertrauen und es entwickelt ein
  • negativ geprägtes Selbstbild. Daraus entwickelt sich häufig eine
  • Angst vor Situationen des Lesens und Schreibens,
  • allgemein Angst vor Lern- und Leistungssituationen,
  • das Kind lebt zunehmend in der Erwartung des Misserfolgs und
  • beginnt Leistungssituationen zu meiden und versucht sich
  • schulischen Anforderungen zu entziehen.
  • Dies wir häufig missverstanden als uneinsichtige, verbockte Verweigerung,
  • die in der Wahrnehmung von Lehrern und Eltern als Verhaltensauffälligkeit in den Vordergrund tritt:
  • Die eigentliche Ursache, nämlich eine mögliche LRS, entzieht sich dagegen der Wahrnehmung!


Als mögliche indirekte Anzeichen einer LRS können somit gelten:

  • Psychische Störungen wie
  • beeinträchtigtes Selbstwertgefühl/ unerklärliche Traurigkeit
  • mangelndes Selbstvertrauen Schulangst
  • Emotionale Störungen/Störungen im Sozialverhalten wie
  • Leistungs- und Versagensangst überempfindliche Reaktionen bei Kritik
  • Neigung zu Verstimmungszuständen Schulunlust/ verstärkte Trotzreaktionen
  • Aggressivität und Wutanfälle
  • Überzogenen Verhaltensweisen (Klassenclown)

Das Leidenssyndrom LRS

Psychosomatische Beschwerden

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Schlafstörungen
  • Atembeklemmungen
  • Nervosität

In manchen Fällen einer langjährig un- erkannt gebliebenen LRS können die sekundären Begleiterscheinungen so nachhaltige Auswirkungen haben, dass das Kind als insgesamt minderbegabt erscheint, weil es schriftliche gestellte Aufgaben – egal in welchem Fach – nur unzureichend erfassen kann und daher in vielen Fächern nur ausreichende bis mangelhafte Leistungen erreicht!

LRS und Intelligenz

  • LRS auch bei hohem IQ möglich
  • Gefahr der Intelligenz: verdeckt LRS

Erste Hinweise auf Schwierigkeiten im Lesen und im Rechtschreiben

Lesen

  • Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern, verliert die Zeile im Text
  • Das Kind liest stockend und lang- sam, kann aber den Sinn des Textes gut erfassen
  • Das Kind liest zwar flüssig und weitgehend fehlerfrei, hat aber Schwierigkeiten den Inhalt zu erfassen
  • Das Kind hat sowohl mit der Lese-geläufigkeit wie auch mit der Sinn-erfassung große Probleme
  • Das Kind verliest sich häufig: es lässt kleine Wörter und Wortteile (Wortanfang, Wortende) aus, ersetzt oder verdreht sie oder fügt neue Wortteile bzw. Wörter hinzu
  • Das Kind bleibt in der Lesege- schwindigkeit deutlich hinter dem Klassendurchschnitt zurück
  • Das Kind kann Textaufgaben, die es mündlich gut bewältigt, schriftlich nur schwer lösen
  • Das Kind kann gute mündliche Beiträge in den Sachfächern erbringen, schneidet aber bei schriftlichen Proben verhältnismäßig schlechter ab

Rechtschreiben

  • Das Kind liegt in Bezug auf Fehlerzahl und Fehlerart deutlich über dem Klassendurchschnitt
  • Das Kind kann sich Wortbilder anscheinend nicht einprägen
  • Das Kind schreibt im gleichen Text Wörter immer wieder mal anders
  • Das Kind kann Laute und Lautkürze bzw. Lautlänge nicht sicher unterscheiden

Mangelnde Aufmerksamkeit bzw. Konzentrationsstörungen

Oft fällt Lehrern und Eltern primär nicht die LRS auf, sondern häufige Unaufmerksamkeit, Abwesenheit und mangelnde Konzentration! Hier handelt es sich fast immer um Sekundärphänomene, denn die Aufmerksamkeitsproblematik ist das Resultat der Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten:

LRS-Kinder sind durch die ihnen gestellten Aufgaben nicht sachlich überfordert, sondern wegen der Leseanteile und durch viel zu knapp bemessene Zeit.

Wenn

  • Ihr Kind vorwiegend in Lese- und /oder Schreibsituationen schnell unaufmerksam wird und
  • im Gegensatz dazu in anderen Leistungssituationen ausdauernd arbeiten kann,

dann ist nicht die Konzentrationsfähigkeit das Problem, sondern das Lesen und das Schreiben!

Direkte Anzeichen der LRS

Einzelanzeichen reichen nicht aus!

  • Hinweise beim Rechtschreiben
  • Hinweise beim Lesen
  • Hinweise beim Rechtschreiben

Hinweise beim Rechtschreiben

  • Häufige Nichtbeachtung der Recht- schreibregeln: Dopplung, Dehnung, Aus-lautverhärtung, Groß- /Kleinschreibung, Ableitung vom Wortstamm
  • Verwechslung ähnlich aussehender Buchstaben (z.B. „dlau“ statt „blau“
  • Verwechslung ähnlich klingender Buch-staben (z.B. e-ä, ö-ü, g-k)
  • Buchstabenverdrehungen (z.B. b-d, p-q)
  • Vertauschung der Reihenfolge der Buch-staben (z.B. „Fabirk“ statt „Fabrik“)
  • Auslassen von Buchstaben

Hinweise beim Lesen

  • Mühsam-stockendes, langsames und fehlerhaftes Lesen
  • Auslassen, Ersetzen, Verdrehen und Hinzufügen von Wortteilen oder Wörtern
  • Vertauschen von Wörtern im Satz oder von Buchstaben in Wörtern
  • Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern, Verlieren der Zeile
  • MangelhaftesSinnverständnisdes Gelesenen
  • Abwehrhaltung zum Lesen überhaupt

Diagnose der Lese- Rechtschreibschwäche

Die genannten Anzeichen einer LRS können von den Eltern selbst beobachtet werden. Eine sichere Diagnose können jedoch nur Spezialisten stellen:

  • Das FIDD-Regensburg
  • Schulpsychologen
  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Erziehungsberatungsstellen

Eine fachkundige Diagnose findet statt im Rahmen einer ausführlichen Beratung von Eltern und Kind, sie umfasst Rechtschreib- und Lesetests und sie grenzt mögliche medizinische Indikationen aus (z.B. Seh- oder Hörstörungen, psychische Auffälligkeiten).

Diagnosezeitpunkte:

Ob eine Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer LRS vorliegt kann bereits in den letzten 10 bzw. 6 Monaten des Kindergartens mit dem sog. „Bielefelder Screening“ (BISC) festgestellt werden.
Das Vorliegen einer LRS kann erstmals ab Mitte des ersten Schuljahres vorläufig ausgetestet werden. Leichte Anzeichen auf eine LRS erfordern hier noch kein Eingreifen. Bei Testwerten in den unte-ren Bereichen sollte sofort eine Therapie begonnen werden.

Verlauf (Prognose) einer LRS

  • Ohne Therapie keine Verbesserung!
  • Dramatischgeringerer Schulerfolg
  • GefährdeteBerufs-und Lebenschancen
  • Entscheidende Bedeutung der Eltern

Qualitätsmerkmale einer erfolgversprechenden LRS- Therapie

  • Ausgangsdiagnose, basierend auf Rechtschreib- und Lesetests und auf ausführlichen Beratungsgesprächen mit Eltern und Kind
  • Behandlung gemäß einem individuellen Therapieplan
  • Verlaufsdiagnostik durch Wiederho- lungstests und durch schriftliche Lern- und Verhaltensbeobachtungen
  • Regelmäßige Einbeziehung der Eltern (z.B. durch Elternseminare) und der Lehrer (Informationen über den Übungsverlauf)
  • Regelmäßige Übungen (2 x wchtl., mind. 2 bis 4 Std.) über einen Zeitraum von wenigstens 1 bis 3 Jahren
  • Förderung durch speziell geschulte Fachkräfte.
  • LRS-Förderung ist keine Nachhilfe, sondern eine systematisch aufbauende Therapie
  • SymptomspezifischeTherapie
  • LRS-TherapiebehandeltdasSymptom (Probleme des Lesens und Rechtschreibens), entwickelt spezielle Lernstrategien und stärkt die Lernfähigkeit.

Hausaufgabensituation

  • Gefahr: Alltägliche Misserfolge – Streit – Demotivierung – Lernunlust
  • Ziel: W eitere Misserfolgserlebnisse vermeiden – Erfolgserlebnisse ermöglichen
  • Anforderungen anpassen an die Fähigkeiten
  • Kleinste Fortschritte wahrnehmen und ausdrücklich anerkennen
  • Das Bemühen Ihres Kindes bewerten – nicht seine Ergebnisse

© Prof. Dr. Helmut Heim, alle Rechte vorbehalten, Regensburg 2013

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