Symptome der Dyskalkulie (Rechenschwäche)

Die Symptome lassen sich für bestimmte Bereiche aufschlüsseln:

Schreiben und Lesen von Zahlen

  • Es treten öfter „Umstellfehler“ auf (sog. „Zahlendreher“, z.B. wird statt 35 – 53 gelesen)
  • Zahlen werden geschrieben wie man sie spricht (z.B.: 200040020 anstelle von 2420)
  • Ziffern mit ähnlicher Form werden verwechselt (z.B.: 1 – 4) oder seitenverkehrt geschrieben (z.B.: E für 3)
  • Nur wenige Ziffern innerhalb einer Zahl können gespeichert werden

Zahlbegriff

  • Das Vorwärts- und/oder Rückwärtszählen gelingt nur mühsam bzw. nicht fehlerfrei; das Weiterzählen ab einer beliebigen Stelle in der Zahlenreihe gelingt nicht
  • Selbst bei kleinen Mengen oder bei vertrauten Anordnungen gelingt das sofortige Erfassen nicht, es muss nachgezählt werden
  • Das Abzählen einer vorgegebenen Anzahl von Gegenständen bereitet Schwierigkeiten
  • Eine Zahlenreihe wird zwar behalten, es kann damit aber keine Anzahlvorstellung verbunden werden
  • Anzahl und Menge werden mit dem Aspekt der Zahlenreihe verwechselt: Stellenwertsystem
  • Die Ermittlung von Nachbarzahlen (Vorgänger/Nachfolger im Zehner-, Hunderter-, Tausenderbereich) bereitet Mühe, gelingt nur fehlerhaft oder gar nicht
  • Schwierigkeiten bei Zehner- oder Hunderterübergängen (z.B.: 199 + 1= 1000)
  • Größenbestimmungen und –vergleiche sind unsicher, das Schätzen von Mengen und Größen ist offensichtlich orientierungslos
  • Analogieaufgaben (z.B. 3 +4; 13 + 4; 30 + 40) werden als solche nicht erkannt und können nicht zur Vereinfachung heran gezogen werden
  • Die Ziffern verschiedener Stellenwerte werden beim Rechnen scheinbar willkürlich und falsch aufeinander bezogen
  • Subtrahend und Minuend werden bei einzelnen Stellen vertauscht (z.B. wird bei „73 – 26“ „6 – 3“ gerechnet)

Grundrechenarten

Rechenschwäche Dyskalkulie Anzeichen

  • Rechenaufgaben werden (heimlich) auf dem Wege des Zählens (mit Fingern oder Gegenständen) gelöst
  • Es treten häufig Fehler des Verzählens um 1 auf
  • Rechenvorgänge dauern sehr lange
  • Selbst grob und gemäß dem Alltagsverstand offensichtlich falsche Rechenergebnisse werden nicht als solche erkannte
  • Grundrechenarten (Addition/Subtraktion) und Operationssymbole (z.B.: + und -) werden immer wieder verwechselt
  • Selbst bei einfachsten Aufgaben wird das schriftliche Rechen bevorzugt, beim Kopfrechnen werden Zahlen, Zwischenergebnisse, ja auch die Aufgabe insgesamt vergessen
  • Zahlenkombinationen und Rechenvorgänge (z.B. Ergebnisse des Einmaleins) werden - ohne ein inhaltliches Verständnis oder eine Größenvorstellung zu erreichen – rein schematisch auswendig gelernt und entsprechend schnell wieder vergessen

Sachaufgaben

  • Die Zahlenangaben im Text werden willkürlich und ohne Verständnis miteinander verknüpft
  • Bei mehrschrittigen Lösungsprozessen geht der Überblick verloren
  • Muss die Frage erst noch gefunden werden, geschieht dies ohne Bezug zum Sachgehalt der Aufgabe
  • Die Antwort passt nicht zur Frage

Allgemeines Lernverhalten im Fach Mathematik

  • Die Befassung mit Mathematikaufgaben ruft Ängste, Konzentrationsverlust, Unlust, Ablehnung oder gar Aggression hervor
  • Mathematische Sachverhalte werden nur schematisch, also ohne inhaltliches Verständnis auswendig gelernt
  • Mühsam eingeübte Rechenvorgänge sind schnell wieder vergessen
  • Das Kind kann eigene Ergebnisse kaum selbständig überprüfen, es orientiert sich vielmehr an den Reaktionen anderer (der Lehrerin, der Mitschüler, der Eltern)
  • Es kommt häufig zu scheinbar sinnlosen, nicht nachvollziehbaren Ergebnissen
  • Nachfragen des Kindes lassen auf tiefe Ratlosigkeit schließen
  • Abbruch der Bemühungen schon bei kleineren Schwierigkeiten oder Fehlern

Rechenanteile im Alltag

  • Spiele, bei denen Zahlen oder Rechenvorgänge eine Rolle spielen, werden auffällig gemieden
  • Gemieden werden ebenso Situationen, bei denen der Umgang mit Geld oder der Uhrzeit eine Rolle spielen
  • Entfernungen, Größen (-verhältnisse), Mengen können nicht sinnvoll geschätzt werden
  • Zeit-, Gewichts- und Längeneinheiten werden verwechselt
  • Unsicherheit in der räumlichen Orientierung (rechts – links; vor – nach – auf – unter – vorne – hinter o.ä.)

Lernpsychologische Situation des Kindes

Alle genannten Symptome können, als einzelne, auch übergangsweise bei nicht-rechenschwachen Kindern auftreten. Der Verdacht auf eine Dyskalkulie muss dann einsetzen, wenn mehrere Symptome über eine längere Zeit zusammen auftreten.

Rechenschwäche Dyskalkulie AnzeichenFindet ein Kind keinen Einstieg in die innere logische Struktur der Mathematik, dann ist es nicht einfach bloß schlecht im Rechnen, bei sonst durchschnittlichen Leistungen. Vielmehr verkümmert der kindliche Verstand in seinen analytischen Fähigkeiten und macht, von verzweifelten Eltern leider oft unwillentlich unterstützt, anstatt eines „Wissen-wollen-warum“ das leere, schematische Auswendiglernen zu seiner Grundstruktur!

Die Lernstruktur wird insgesamt auf Vermeidung und auf Misserfolg programmiert, es muss mit unerwünschten lernpsychologischen Folgen gerechnet werden: Ein rechenschwaches Kind verliert sein Selbstvertrauen, hält sich für dumm, entwickelt eine umfassend Abneigung nicht nur gegen das Fach Mathematik, sondern unter Umständen gegen Schule, Lernen und eigenständiges Denken überhaupt!

Die Dyskalkulie-Therapie hat mit einer Mathematik-Nachhilfe nichts gemeinsam. Sie will keine Lücken schließen oder den Unterrichtsstoff nochmals und besser erklären. Die Dyskalkulie-Therapie fördert Kinder, deren mathematisches Fundament nicht vorhanden, falsch oder zu unsicher ist, als dass Pauken oder Nachhilfe eine Besserung erzielen könnten.

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